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212 Podcast #25: Black Lives Matter

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Der Ausgangspunkt unserer neuesten Ausgabe ist ein Interview mit einem weißen Amerikaner, der unweit von jener Stelle in Minneapolis lebt, an der Ende Mai George Floyd umgebracht wurde. Die Tat betrifft ihn mehr als die meisten anderen Menschen. Denn Torben Kiese und seine Frau haben vor einer Weile einen schwarzen Jungen adoptiert, der nun mit neun Jahren irgendwie anfangen muss zu begreifen, in was für einem gefährlichen Milieu er aufwächst. Das Gespräch ist Teil einer ganzen Folge über Rassismus, das Versagen der Polizei und über die Anstrengungen schwarzer Intellektueller, dem Rest der Welt die alltägliche Diskriminierung zu erklären.

212 Podcast #24: Empire vs. Empirie

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Mit mehr als 100.000 Toten sind die USA das am stärksten betroffene Land der Jahrhundert-Pandemie, die durch die Verbreitung eines besonders für alte Menschen lebensgefährlichen Virus entstanden ist. Die Hauptverantwortung dafür trägt ein Gaukler im Weißen Haus und eine Gesellschaft, in der real und surreal noch nie weit auseinander lagen, in der Selbstinteresse wichtiger ist als der Schutz der Schwachen. Auf Englisch lautet die Diagnose: Es handelt sich um einen gescheiterten Staat („failed state“). Allerdings um einen, der schon ganz andere Kastrophen und soziale Missstände hinter sich hat und daraus durchaus immer wieder wichtige politische Weiterentwicklungen destillieren konnte. Wie geht es diesmal aus? Wir haben dazu ein paar Lesempfehlungen gesammelt und unsere Gedanken sortiert.

212 Podcast #23: Im Epizentrum einer Pandemie, Folge 2

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Vor 30 Jahren gehörte sie zu den schillerndsten Repräsentanten jener Künstler, Musiker und Schauspieler, die in New York auf dem Vulkan tanzten. Die Stadt war so gut wie pleite, Aids raffte tausende dahin, ganze Viertel zerfielen, Drogen und Kriminalität waren zum Alltagsphänomen geworden. Diesem Milieu gaben junge, einfallsreiche Abenteurer wie Sally Randall Brunger sowie Nachtclubbesitzer, Galeristen und Filmemacher einen eigenwilligen Glamour. Die Corona-Pandemie weckt Erinnerungen an diese Zeit. Zumindest bei den Lesern des Blogs der damaligen Stil-Ikone. https://sallyrandallbrunger.blogspot.com In dem erzählt sie, wie sie sich dieser Tage durchschlägt – als Flugbegleiterin, die mit Schutzmaske in einer gespenstisch anmutenden U-Bahn zum Flughafen fährt und in ihrem Job erlebt, wie der Rest Amerikas mit der Gefahr umgeht.

212 Podcast #22: Der Kampf um die Macht

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Seine Karriere hat den in München geborenen Politikwissenschaftler Yascha Mounk in die USA geführt, wo er an zwei renommierten Hochschulen – an der Harvard Universität in Cambridge und der Johns Hopkins Universität in Baltimore – unterrichtet. Er wurde konsequenterweise im Laufe der Zeit amerikanischer Staatsbürger. Aber seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie hat er öffentlich darüber nachgedacht, ob es nicht angesichts der Verhältnisse in den Vereinigten Staaten klüger sei, zumindest zeitweise wieder nach Deutschland zurückzukehren. Aufgrund solcher und anderer Wortmeldungen, hauptsächlich im Politik- und Kulturmagazin The Atlantic, ist Mounk zu einem gefragten Interviewpartner geworden. Wir hatten das große Glück, dass er und Sebastian sich schon eine Weile kennen und konnten ihn so für unsere 22. Podcast-Folge gewinnen. Das Thema geht vielen unter die Haut: Trumps autoritäre Rhetorik klingt gefährlicher denn je. Denn in der aktuellen Krise zeigt sich nicht nur seine Inkompetenz an der Schaltstelle der Macht. Sondern Gouverneure wie Andrew Cuomo im Staat New York stellen ihn medial und im Managament der staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Bürger in den Schatten. Täglich behauptet Trump, dass seine Macht total ist. Und droht damit, sie mit Hilfe seiner kleptokratischen Küchenkabinette auch anzuwenden.

212 Podcast #21: Im Epizentrum einer Pandemie

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New York hat schon viele Nackenschläge abbekommen. In den letzten fünfzig Jahren waren das die Fastpleite der Stadt, der Anschlag am 9. September 2001, der Börsencrash von 2008, Hurricane Sandy 2012. Aber diese Krise ist anders: mit mehr Toten, mit einem Mehr an Verunsicherung und mit einer nie gekannten Perspektivlosigkeit. Wir haben in unserer aktuellen Folge all das sowie die politische Bedrohung mit einem Möchtegern-Diktator im Weißen Haus thematisiert. Wir haben die Absicht, uns schon bald mit weiteren Facetten dieser Krise zu beschäftigen. Stay tuned.

212 Podcast #20: Ein Richter und drei Denker

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Für einen optimalen Einstieg und den besten Überblick über die Arbeit amerikanischer Museen mit zeitgenössischer Kunst konnten wir mit der schwäbischen Kunsthistorikerin Dr. Catharina Manchanda sprechen. Sie ist die für diese Schaffensperiode verantwortliche Kuratorin am Seattle Art Museum, das nicht so sehr im Scheinwerferlicht steht wie die Kunstpaläste in New York. Aber wie es an der Ostküste zugeht, weiß sie durchaus. Das Museum of Modern Art und eine Ausstellung mit Gerhard Richter war einer ihrer Zwischenschritte auf ihrem Karriereweg im amerikanischen Kulturberrieb. In dem ist der exquisite und extrem teure deutscher Maler aktuell sogar wieder ein Thema. Problem: Die Epidemie hat dafür gesorgt, dass das Met Breuer in Manhattan mit seiner Retrospektive ("Painting After All") geschlossen ist. Kein Problem für uns. Denn wir hatten diesen Podcast bereits vorher im Kasten.

212 Podcast #19: Ganz große Litera-Tour

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Unser Gespräch mit dem New Yorker Schriftsteller Joshua Cohen über Peter Handke, Harold Bloom und seine jüdische Familiengeschichte mit Wurzeln in Deutschland und Ungarn, über seinen Blick auf die Welt und die Stoffe seiner Romane, die von der Literaturkritik in höchsten Tönen gelobt werden.

212 Podcast #18: Nomaden in der eigenen Stadt

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Das Journalisten-Paar Christina Horsten und Felix Zeltner hat vor einer Weile aus einer typischen New Yorker Großstadtnot eine Tugend gemacht. Als die beiden gezwungen waren, sich eine neue Wohnung zu suchen, entschieden sie sich für ein eigenwilliges Abenteuer. Sie zogen bewusst jeden Monat um. Durch jeden Wohnungswechsel waren sie in der Lage, ein anderes Viertel und deren Bewohner zu erkunden. Aus der Tour d'horizon zogen sie jede Menge Stoff für ein ganzes Buch. "Stadtnomaden – Wie wir in New York eine Wohnung suchten und ein neues Leben fanden" kam im April heraus und schildert die Erfahrungen ausgiebig. Wir wollten etwas mehr wissen und besuchten die beiden in der Wohnung, in der sie am Ende ihres Vagabunden-Daseins eine dauerhafte Bleibe fanden.

212 Podcast #17: Ein pathologischer Narzisst im Weißen Haus

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Man konnte früher – besonders als Bewohner der Stadt New York – über die überspannte Eigenliebe eines Typen wie Donald Trump leicht hinwegsehen. Auch wenn er seinen Namen an jedes Gebäude heftete, mit dem er etwas zu tun hatte. Das funktioniert nicht mehr, seit er mit derselben ausgewachsenen, und nach Expertenmeinung krankhaften psychischen Störung das Schicksal eines ganzen Landes bestimmt. Das Problem ist nicht auf ihn beschränkt. "Trumpism", also jener Kult, den er mit dem Wechsel in die Politik angeschoben hat, dient er als Identifikationsfigur einer anonymen, geistig stumpfen und reaktionären Masse, die ihre eigene gesellschaftliche Psychose auslebt.
Wie das zusammenhängt, wie Narzissmus Tyrannei heraufdämmern lässt und ermöglicht, das hat uns die Psychologin Elizabeth Mika erklärt, die auf Twitter als "Aunt Emma" einem größeren Publikum ihre warnenden Gedanken mitteilt. Sie gehört zum Kreis jener Fachleute, die mit dem Buch "Wie gefährlich ist Donald Trump? 27 Stellungnahmen aus Psychiatrie und Psychologie" vor zwei Jahren ein Tabu ihres Berufsstands durchbrachen und Trump aus der Ferne diagnostizierten. Das Buch wurde in den USA im Frühjahr aktualisiert. Und der Titel dem angewachsenen Stand der Dinge angepasst: "The Dangerous Case of Donald Trump: 37 Psychiatrists and Mental Health Experts Assess a President - Updated and Expanded with New Essays".

212 Podcast #16: Nachruf auf die große Revolte

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Man hat ihn einen "sanften Revolutionär" genannt, weil er nicht – wie manche seiner Mitstreiter in die Politik ging, sondern nach dem Ende der Studentenbewegung einen Verlag gründete. Der hielt sich zunächst an Leitlinien, wie die im Titel der Zeitschrift „Erziehung und Klassenkampf“ bereits deutlich wurden, und publizierte den Überraschungsbeststeller "Männerphantasien" von Klaus Theweleit, ein Erklärungsversuch der Grundlagen des deutschen Fasschimus. Aber irgendwann setzte er literarhistorische Schwerpunkte in seiner Arbeit und brachte das heraus, was er selbst gerne las. Als erster wagte er es, Friedrich Hölderlins Handschriften in Faksimiles zu veröffentlichen. Nach 33 Jahren editorischer Feinarbeit war die 20-bändige Hölderlin-Ausgabe komplett. Ebenso von Bedeutung: seine Kafka-und Kleist-Editionen.
Für so etwas bekommt man als Ex-APO-Mann irgendwann das Bundesverdienstkreuz, aber keine schwarzen Zahlen mit vielen Nullen auf dem Bankkonto. Weshalb der mit sehr viel Ironie und leisem Humor ausgestattete ehemalige Studentenführer KD Wolff für sich die Berufsbezeichnung "Bankrotteur" in Anspruch nimmt. Tatsächlich ist er längst Rentner und lebt ganz solide in einem mehrstöckigen Altbau im Frankfurter Nordend. Dort haben wir ihn vor ein paar Wochen besucht und uns für den "212 Podcast" vor allem einen ganz bestimmten Teil seiner schillernden Biographie erzählen lassen: seine besondere und zugleich brüchige Beziehung zu den Vereinigten Staaten.

Über diesen Podcast

Der Amerika-Podcast aus New York. Da ist alles drin.

von und mit Jürgen Kalwa & Sebastian Moll

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